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TONY

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Montag, 11. Juni 2012, 23:01

Mithilfe an wissenschaftlicher Untersuchung der Uni Gießen

Hallo Freunde,

mein freund Thomas Tikatsch - leiter des Exotarium im Frankfurter Zoo - und die Uni Gießen hatten mich um hilfe gebeten.

eine studentin der Uni Gießen arbeitet dort derzeit an einer studie über das stachelgift unserer pfleglinge.

hierzu benötige ich nun eure unterstützung.

die untersuchung beschränkt sich derzeit ausschlieslich auf potamotrygon MOTORO um die ergebnisse nicht zu verfälschen.

dazu wurden beispielsweise den motoro´s des exotarium frankfurt proben entnommen.
es wurde hier den tieren jeweils ein 3-4 cm langes stück eines stachels abgezwickt - so wie es ja oft für den gefahrloseren versand eines tieres gemacht wird.
da die stachel ja eh früher oder später abfallen und nachwachsen entstehen den tieren hierbei ja auch keinerlei gesundheitliche schäden.

also nun speziell an die MOTORO pfleger unter euch.....

ich suche um diese untersuchung unterstützen zu können zum einen:

abgeworfene stachel MIT STACHELHAUT egal welcher größe.
umso größer der stachel desto besser da hier natürlich mehr stachelhaut zur verfügung / untersuchung steht.

und zum anderen:

noch besser - "frische" proben - sprich ein stück eines noch durchbluteten stachels.
aber jetzt bitte nicht gleich zum seitenschneider greifen !

wer bereit ist mit einer "frischen" probe diese studie zu unterstützen setzt sich bitte mit mir in verbindung.
das müsste dann mit der uni gießen terminlich abgesprochen werden da die "frischen" stachel hierbei schnellst möglich und auf eis dort hin müssten um dann sofort untersucht zu werden!

wer was beisteuern kann - egal ob einen abgeworfenen stachel oder eine frische probe - bitte per pn bei mir melden - ich organisiere dann alles

wichtig nochmal - bitte derzeit NUR MOTORO !!!

im namen der uni gießen soll ich euch schon jetzt für die unterstützung danken

viele grüße

Tony

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Donnerstag, 28. Juni 2012, 21:54

Hallo Freunde,

heute bekam ich wieder einen anruf von der uni Gießen - die untersuchungen zum stachelgift unserer pfleglinge geht stück für stück weiter.

da ( wie zu erwarten war ) mit der einschränkung auf Motoro, leider noch nicht genügend "untersuchungs matterial" zur verfügung steht, wurde nun "erweitert".

ab sofort gibt es also keine beschränkung mehr auf Motoro :!:

da die untersuchungen bis anfang september abgeschlossen sein müssen, hat mich die studentin nochmal um unterstützung gebeten.

alle stachel, egal welcher art, natürlich mit intakter stachelhaut, werden gern angenommen :)

bei so vielen aktiven in unserem forum sollten sich doch ein paar leute finden, die diese untersuchungen unterstützen können :Engel

also freunde - ich zähl auf euch :thumbup:

gruß

Tony

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Dienstag, 18. Dezember 2012, 22:12

Hallo Freunde,

hier , wie versprochen die rückmeldung, die ich vor ein paar tagen per mail bekommen hab.

ich hab einfach mal den mailtext kopiert

Zitat

Hallo an alle Potamotrygon-Halter & -Kenner,
mal kurz zu meiner Person: Ich habe mein Masterstudium in der Biologie an der Justus-Liebig-Universität Giessen absolviert. Die abschließende Arbeit dieses Studiums hat sich mit der Erforschung des Giftes von Taeniura lymma (Blaupunktrochen) im Vergleich zu seinen Süßwasser-Verwandten, Potamotrygon motoro (Pfauenaugen-Stachelrochen) und P. leopoldi (Leopoldsrochen) befasst. Alle Gewebsproben von den Stacheln habe ich mir durch Kontakte zu Zoos und Händler selbst beschafft. Die P. leopoldi Proben wurden mir freundlicherweise von Hendrik aus Hamburg zu Verfügung gestellt. Der Kontakt zu Hendrik kam Dank Tony Mohr und dem Rochen-Forum zustande, und an dieser Stellen nochmals ganz herzlichen Dank an euch beide.
Nach dem Erhalt der Proben habe ich zwei Richtungen eingeschlagen: erstens, hab ich versucht die Isolierung des Giftes aus dem Stachelgewebe nachzuweisen und zweitens, hab ich dieses Gift auf seine Zusammensetzung untersucht.
Einleitend kurz der Hinweis, dass Gift eine Zusammensetzung aus vielen nicht-toxischen Substanzen, z.B. Gerinnungshemmer, und Toxinen, z.B. Tetrodotoxin (TTX; Kugelfischtoxin) ist.
Nach mehreren Monaten Arbeit und der Anwendung unterschiedlichster Methoden ist es mir gelungen, mittels Zellkulturen ein Verfahren zu etablieren mit dem die Isolierung des Giftes nachweisbar ist. Dieses Verfahren bringt zwei wichtige Vorteile mit sich: die Ergebnisse erhält man bereits nach 72 Stunden und Tierversuche werden in diesem ersten Schritt vermieden. Ein interessantes Resultat dieses Zellkultur-Tests ist die höhere Giftigkeit der juvenilen Giftproben im Vergleich zu den Proben der adulten Tiere. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Jungtiere durch einen höheren Prädationsdruck auch einen effektiven Schutzmechanismus benötigen. Die ausgewachsenen Exemplare haben durch ihre Körpergröße einen deutlich niedrigeren Prädationsdruck, wodurch ein starkes Gift als Schutz nicht mehr notwendig ist.
Die Untersuchung der Zusammensetzung der verschiedenen Giftproben war wesentlich komplexer. In diesem Schritt habe ich chromatographische und massenspektrometrische Verfahren angewandt. Übersetzt bedeutet dies, dass ich die Giftproben erst aufgrund von chemischen Eigenschaften in kleine Bestandteile aufgetrennt habe und danach wurde diesen kleinen „Bausteinen“ Massen zugeordnet. Über diesen Weg die Inhalte in einem Gift zu identifizieren ist sehr zeitaufwendig, da man die Proben wiederholt in immer kleinere Teilchen auftrennen muss, welche dann wenn möglich identifiziert werden. Die Resultate dieser Analysen bestätigen, dass Stachelrochengift zum größten Teil aus Proteinen (Eiweiße) besteht. Des Weiteren, habe ich mehrere niedermolekulare Substanzen gefunden die ich aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht benennen kann. Zusätzlich, habe ich noch nach sogenannten „Biogenen Aminen“ gesucht, da sie bereits 1981 (Halstead) als Bestandteil von Stachelrochengift benannt wurden. Biogene Amine, wie z.B. Adrenalin, sind Stickstoffhaltige Substanzen die durch den Abbau von Eiweiß-Bestandteilen entstehen. Obwohl diese Substanzen sehr häufig in Giften auftauchen und für die Schmerzempfindung sorgen, konnte ich sie mit meinen Analysen in keiner der drei Arten nachweisen.
Der Vergleich zwischen Süß- und Salzwasser-Rochengift hat deutliche Unterschiede gezeigt. Dabei zeigen die Potamotrygon-Giftproben deutlich mehr Inhaltsstoffe als die Taeniura-Proben, aber diese Bestandteile sind nicht toxisch. Eine Gemeinsamkeit der Gifte beider Gattungen ist, dass die toxischen Komponenten im Gift eine hohe Polarität und Fluoreszenz aufweisen. Dies deutet auf aromatische Substanzen (Aromaten) hin; dies sind organische Verbindungen, die meistens einen charakteristischen Geruch mit sich bringen.
In ihrer Gesamtheit, stellen die Resultate meiner Analysen den Ausgangspunkt für zahlreiche neue Untersuchungen dar, an dessen Ende immer genauere Kenntnisse über die Inhalte von Stachelrochengift stehen. Diese Kenntnisse ermöglichen der Wirkstoffforschung eine bessere Behandlung im Falle einer Vergiftung oder sogar die Erstellung eines Gegengiftes.
Ich hoffe ich konnte euch einen verständlichen Einblick in meine Arbeit geben und bedanke mich für eure Unterstützung, ohne die eine solche Thesis nicht zustande kommen könnte.
Ganz liebe Grüsse aus Giessen,
Kim


soweit der derzeitige stand der dinge :)

gruß

Tony

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